Kommt man nach Hampi zur Regenzeit, findet man meist recht wenige Kletterer. Auf der Tempelseite fehlt eine zentrale Anlaufstelle. Ich habe meine Kletter-Bekanntschaften vor allen meinen Crashpad zuverdanken, dass ein gutes Erkennungszeichen war. Durchfragen war leider erfolglos. Im Zweifelsfall wuerde ich mal mit ein paar Kletterschuhen um den Hals durch Hampi laufen.

Kletterausruestung gibt es auf der Tempelseite auch nicht, angeblich gibt es ein Geschaeft mit Klettersachen in Hospet, aber mit sehr kleiner Auswahl.

Deshalb heisst es auf die andere Seite zu kommen. Dafuer stehen einen zwei Moeglichkeiten zur Verfuegung: entweder man wartet darauf, dass der Fluss mal niedrig genug ist, oder man geht zur neuen Bruecke hinter den Vitayatempel. Die erste Moeglichkeit ist eine Gluecksache, da erstaunlicherweise niemand in Hampi weiss wann der Damm, der zur Flutregulierung eingesatzt wird, geoeffnet oder geschlossen wird. Also kann man schon mal eine gute Woche warten. Alternativ kann man sich auch mit einem Nussschalen-aehnlichen Boot an der neuen  Bruecke (deren letzten 10 Meter nicht zu Ende gebaut wurden) uebersetzen lassen. Eventuell ist dies illegal, aber recht sicher. Die kreisrunden Boote aus Palmblaettern und geteerten Stoffen transportieren auch Motoraeder und das in Minutentakt  bei jedem Wasserstand.

Auf der anderen Seite kann einem Mumtass Begum mit Schuhen, Chalk und Crashpads ausstatten (die Sachen werden aber nur verliehen, nicht verkauft). Und auch Topos gibt es hier. Zum Schlafen bieten sich die Mogli-Huetten an, sie sind malerisch zwischen Reisfeldern am Fluss gelegen (Bei mir hat ein Zwei-Bettzimmer 100 Rupien gekostet). Essen sollte man sich bei Ankunft organisieren, d.h. fruehzeitig nachfragen, da alles geschlossen hat. Aber es bieten sich viele Koeche an, solange man sich rechtzeitig vorher ankuendigt.

Sehr zu empfehlen, sind die Kuchen die Radschu’s Frau (er wohnt in der Huette vor Mumtass Begum) auf Wunsch backt.

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Waehrend der Ueberfahrt und bei der Ankunft auf der anderen Seite wurden Flo und ich zunaechst von Haschverkaeufern belagert. Alle Angebote abwaehrend, mieteten wir uns im Mogli-Gaestehaus ein, welches wunderschoene Huetten mit Flussblick anbietet. Von dort aus ging zu Mumtass Bacom (Begum?, ich habe ihren Namen nur so geschrieben, wie ich es aussprechen wuerde) einer Frau die Klettermaterial verleiht. Mit zwei Topos und einem zweiten gemieteten Crashpad von Franklin (!) ausgestattet, gings dann wieder in den Fels. Der bisherige Eindruck: der Fels auf dieser Seite ist wesentlich fingerfreundlicher und staerker abgegriffen als auf der Tempelseite. Ausserdem waren weniger Touristen und Dorfbewohner bei uns herum, so dass ich beim klettern nicht so auf unsere Sachen achten musste. Es gibt sehr viele und schoene Routen, und dabei auch einige an denen ich mich gerne abkaempfe. Anders als auf der Tempelseite, wo ich mir oft schon nach wenigen Versuchen blutige Finger geholt habe.

Bouldern

August 7, 2006

Heute, nach einem kurzen Ausflug nach Hospet, der naechsten Stadt, war ich wieder im Fels. Dabei konnte ich eine sehr schoene – aber wie so oft – eine sehr scharf-kantige Route mit Dach bezwingen. Es war die erste Fingerunfreundliche Route die ich erst nach mehrmaligen antesten gezogen habe. Dabei wurde fuer mich aber auch deutlich, dass meine Grenzen in Hampi nicht in meiner Kraft, sondern mehr in meinen Fingern liegen. Immerhin drei Schnitte in die Finger hat mich die Route trotz Tape gekostet. Danach gabs nur erstmal nur noch Reibungsplatten zum klettern.

Auch gelernt habe ich heute, dass man beim erklettern eines Felsen immer den Rueckzug mitbedenken sollte. Heute haben wir zum warm machen den hoechsten Brocken in der Naehe ausgesucht. Er war auch leicht zu erklettern, aber der leichte Ueberhang erschwerte beim Rueckklettern die Trittsuche. Stattdessen drangen die recht tiefen Spalten beim nach unten Schuen besser ins Bewusstsein…

Zweiter Bouldertag

August 6, 2006

Heute immer noch eine unglaubliche Kulisse und am abend einige schoene Boulder. Leider habe ich das Gefuehl aufgrund des sehr spitzen Steins nicht ganz an meine sonstigen koeperlichen Grenzen zukommen. Dafuer habe ich heute erstmal ordentlich Tape verwendet. Die Fingerkuppen bleiben aber den ganzen Tag sehr gut durchblutet. Morgen will ich unbedingt meine Kletterschuhe einpacken und mich an einigen weiter entfernten Felsen versuchen. Falls wir noch ein Seil auftreiben koennen gibt es auch noch einen sehr spektakulaeren Ueberhang mit Riss der machbar aussieht. Mal schauen.

Die ersten Zuege

August 5, 2006

An dem ersten Ei angekommen und gleich die ersten Boulder, die Florian schon ausprobiert hat, nachgebouldert. Recht einfach aber schon recht spektakulaer. Nicht von den Routen an sich, aber aufgrund der Lage der Felsbrochen. Bei dem ersten Gebiet liegen sie auf einer langen schraegen Steinplatte was schon etwas anderes ist, als meine bisherigen Erfahrungen im Wald in Brandenburg oder am Plastik in der Kletterhalle. Dann die Griffe, bislang kein Blut, aber die Fingerspitzen sind heute nach wenigen Stunden schon „sehr gut durchblutet“ auch jetzt, Stunden nach dem Klettern. Der hoechste Boulder hatte heute vielleicht fuenf Meter, aber es gibt noch erheblich hoehere Routen einige sind auch mit Hacken versehen. Die Ei- oder Kugelform hat dabei auch Vorteile: der Ausstieg ist recht einfach. Kletterausruestung kann man auch ausleihen – aber nur auf der anderen Flussseite.

Kaum ankommen, gleich eine Enttaeuschung. Hampi wird durch einen Fluss geteilt und die meisten Kletterrouten liegen auf der anderen Seite. Und der Wasserstand des Flusses verhindert ein Uebersetzen mit einem der Boote. Naja erstmal schlafen und am naechsten morgen weitersehen. Das umfahren ist auf jeden lang und recht umstaendlich. Auf der anderen Seite zu wohnen ist wohl auch nicht so toll, da dort fast nichts ist. Also es gibt schon einige Huetten, aber leben, Nahrung und alles sonstige ist halt hier. Gut: heute morgen dann ein Rundgang durch Hampi und jeden mal fragen ob es noch mehr Kletterer hier gibt. Ein enttaeuschendes Ergebnis. Vor einer Woche soll mal einer da gewesen sein. Solls das gewesen sein?

Gott sei dank nicht, bzw. um es mit dem Worten meines neuen Klettergefaehrten zu sagen, „Hallejula, Praise the lord!“ (Wie schreibt man eigentlich Hallejula?). Florian hat ein Praktikum in Indien gemacht und schwankt jetzt zwischen Joga und Kletteruebungen. Momentan neigt er wohl mehr zu letzteren und er hat sich schon als ortskundiger Fuehrer bewaehrt.

Hampi

August 3, 2006

Endlich! Heute gehts nach Hampi. Neben der grossen Tempelanlage vor allen wegen der Bouldermoeglichkeiten. Inspiriert durch Chris Sharmas Klettervideo Pilgrimage und Gerhard Schaar will ich mich auch an dem scharfen Granit von Hampi messen. Mal schauen wie lange ich es durchhalte.

Die letzten Tage haben mich etwas unruhig werden lassen. Viel laenger als geplant habe ich auf die Zugtickets gewartet und Bangalore ist irgenwie nicht aufregend genug. Ich werde von meinen indischen Freunden etwas zu sehr umsorgt, und bin froh wenn ich endlich etwas weniger (auch ungefragte) Hilfe um mich herum habe. Auf ins wilde Indien!

Klettern

Juli 20, 2006

Klettern in Indien. Das wollte ich in Hampi. Nachdem ich Kamesh getroffen hatte, durfte / musste ich schon gestern. Kuenstliche Kletterwaende gibt es wohl auch in Bangalore. 15 Meter hoch, 3,5 Meter Ueerhang, dafuer riesige Henkel als Griffe, die amtierende indische Meisterin bei den Frauen als Kletterpartnerin, und eine erwartungsfrohe Masse an indischen Kletterern, die gespannt auf meine Kuenste warteten. Profil Wand Eins

Zum Glueck haben sie nur beim ersten Mal alle zugeschaut denn da kam ich noch gut hoch. Danach, ohne Pause hatte ich schon ziemlich dicke Arme… Sehr strikt sind sie bei der beim Sichern. Ins Seilsetzen gibt es nicht. Entweder man schafft es oder nicht.

Profil Wand Zwei

Die Seile sind ok, alle Toprope, der Zustand ist nicht optimal, aber besser als so manches in Berliner Hallen.

Bilder folgen.